I AM [IN] INTERFEST – Halbzeit in Харків

„Kurz schlafen. Kurz aufwachen. AAAAAH. Pictures come back to my head.
ACHSO, I AM IN INTERFEST! Alright. Drehing around. Einfach überdreht bleiben, dann funktioniert das. Kurz frühstücken. Dann REMEMBER: Tanz üben. Charakter schärfen. (Stadt emtdecken). (Relaxen). (Getting to know new people). (Being quiet). BEING LOUD!
Going to the Treffpunkt, in front of Sana Hostel, 8:30. Walking through the city like a wilder Haufen. AAAAAAAND REHEARSAL! Achso, I am in Interfest!“

Gerade eben bricht der fünfte Tag vom NAKT Interfest in Kharkiv an, euer Pressedreamteam sitzt leicht übernächtigt im Foyer des Hostels auf der Puschkinskaya und nutzt die verbleibende Zeit bis zur nächsten Probe, um euch interessierten Menschen in der nun Ferne von unseren Machenschaften in der Theaterabteilung der Nationalen Universität der Künste Kharkiv, Ukraine, zu berichten.

Wir sind hier, um ein Theaterstück zu erarbeiten, gemeinsam mit den 23 Schauspielstudierenden der sogenannten masterskaya55, innerhalb von sieben Tagen. Allein das ergibt bereits einen straffen Tagesplan, hinzu kommt ein fremdes Land, eine fremde Stadt, fremde Sprache, fremde Schrift; Entdeckertouren trotz Schlafmangel, Quatschabende trotz frühem Weckerklingeln. Das NAKT Interfest ist alles andere als Alltag und nach einer halben Woche manifestiert sich die Reizüberflutung in den Köpfen und gibt einen mächtig überdrehten Schwall kreativen Outputs frei.

Nach drei Tagen Proben in Kleingruppen an unterschiedlichem Szenenmaterial sind wir seit gestern Nachmittag dabei, alles zusammenzubauen, Übergänge zu basteln und ein Stück zu zimmern, dass wir am kommenden Dienstag im TUZ (Theater der Jugend Kharkiv) aufführen werden, bevor es am Mittwoch schon auf unsere Rückreise mit Zwischenstationen in Kiew und Krakau geht, um dann, in wenigen Wochen, wieder in den regulären Studienalltag zu starten.

Und weil alles, was hier passiert, nicht mal eben so kurz vor der Probe beschrieben werden kann  (da sind selbst wir mal überfordert), folgt nun eine kleine Collage aus Interviews, Tagebucheinträgen und Fotomaterial der letzten Tage. Wir sind müde, aber glücklich!

„Wir fahren mit einem großen gelben Bus vom Flughafen durch das nächtliche Kiew und sprechen über Hamburg-Rahlstedt.  Ob in Kiew jemals schonmal jemand über Rahlstedt gesprochen hat?“

„Und dann wachte man auf, in diesem Nachtzug von Kiew nach Kharkiv, suchte seine Sachen zusammen, klopfte sich die Hosen aus und trat hinaus auf den Bahnsteig, in die kühle ukrainische Luft, empfangen von Bekannten aus Dezemberzeiten, und über allen ein prächtiger Betonbau und dann alle durch einen Tunnel aus Glas, hinunter in den Schlund der Großstadt, ins Maul der Metro, hinein ins noch menschenleere Getümmel von Kharkiv, zweitgrößte Stadt der Ukraine, irgendwo im Nirgendwo.“

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Photo Credits to Clemens Voigt.